Faszination Endzeit
Faszination Endzeit

Faszination Endzeit

Veröffentlicht am 
21
.
08
.
2026
Faszination Endzeit
Faszination Endzeit

Die Welt ging schon sehr, sehr oft unter. Ob Zombies, Vulkanausbrüche, Killerviren, Alieninvasionen, mörderische KI, nukleare Winter oder politische Umwälzungen, der Grund spielt oft nur eine untergeordnete Rolle wenn wir in Film, Buch, Comic, Serie oder Spiel das Ende der Welt erleben. Dennoch werden wir nicht müde auch dem nächsten Weltuntergang eine Chance zu geben. So wird es auch am 27.08. sein, denn dann kommt mit "Das Ende der Sterne" von Ridley Scott ein weiterer vielversprechender Endzeitfilm in die Kinos.

Die Welt ging schon sehr, sehr oft unter. Ob Zombies, Vulkanausbrüche, Killerviren, Alieninvasionen, mörderische KI, nukleare Winter oder politische Umwälzungen, der Grund spielt oft nur eine untergeordnete Rolle wenn wir in Film, Buch, Comic, Serie oder Spiel das Ende der Welt erleben. Dennoch werden wir nicht müde auch dem nächsten Weltuntergang eine Chance zu geben. So wird es auch am 27.08. sein, denn dann kommt mit "Das Ende der Sterne" von Ridley Scott ein weiterer vielversprechender Endzeitfilm in die Kinos.

Postapokalyptische und dystopische Erzählszenarien gehören seit Jahrzehnten zum Standardrepertoire der Popkultur (und durchsetzen viel, viel ältere Mythen und Religionen) und es vergeht eigentlich kein Jahr ohne mehrere Veröffentlichungen in denen die Welt entweder untergeht, gerade untergegangen ist oder die handelnden Figuren bereits seit Jahrzehnten mit und in der Postapokalypse leben müssen.

Nach der Apokalypse wird das Erzählen freier

Erzählerisch bieten gerade postapokalyptische Settings den Autor:Innen gleich drei verlockende Dinge: Der Untergang der bisher bekannten Welt ist bereits geschehen weshalb eine eine gewisse erzählerische Freiheit herrscht. Selbst irrwitzige Taten wirken unter diese Bedingungen glaubwürdig oder zumindest wahrscheinlicher.
Auch sind bekannte Gesellschaftsstrukturen und -normen entweder drastisch verändert oder komplett abgeschafft was erzählerisch weitaus mehr Optionen zur Verfügung stellt als man sie in anderen Genres vorfindet. Man denke nur an die zahlreichen “Recht des Stärkeren”-Gesellschaftsstrukturen wie sie sich beispielsweise in “The Walking Dead” oder der “Mad Max”-Reihe bilden.

Man sieht: Genau wie sich der Tod einer einzelnen fiktiven Figur hervorragend eignet um eine persönliche Geschichte zu erzählen, eignet sich das Ende einer Gesellschaft perfekt um ein neues Worldbuilding auf der Asche und dem Kompost der gescheiterten Gesellschaft zu betreiben.

Wir als Publikum lassen uns auf die unterschwellig gestellten “Was wäre wenn... es keine Regeln gäbe?”-Frage nur allzu gerne ein. Gesellschaften sind nichts anderes als das Übereinkommen, dass man sich an gemeinsame Regeln hält, die teilweise mit Autorität oder Gewalt durchgesetzt werden können. Bricht dieser Vertrag aufgrund von Misstrauen oder Katastrophe, sind selbst die Landesgrenzen nur noch zufällig gezogene Linien auf dem Papier. Das aktiviert vielleicht unseren Überlebensinstinkt strahlt aber in jedem Fall eine fast schon morbide Faszination aus.

Die "Freude" am Zerstörten

Wie auch das Anschauen von Horrorfilmen fast schon befreiend wirken kann, haben apokalyptische Inhalte einen ähnlichen Effekt. Wir durchleben das Endzeitszenario analog zu den Figuren, die sich mit Zombies oder marodierenden Banden herumschlagen und je nachdem wir wir als Publikum aufgestellt sind, können wir danach besser oder schlechter schlafen.

Dabei handeln nicht alle Endzeitgeschichten von scheinbar unrealistischen Szenarien “Contagion” aus dem Jahr 2011 erzählt von einer Pandemie und kommt dabei ganz ohne übernatürlichen Kampf zwischen Gut und Böse, wie beispielsweise bei Stephen Kings “The Stand” aus. Dass es während der Covid-19-Pandemie (und auch heute noch) genügend (zu viele) Menschen gab und gibt, die diese als “fake” abtun, hat sicherlich auch mit der globalen Größe einer Pandemie zu tun: Es ist so groß und nahezu unvorstellbar, dass man es nicht glauben möchte.

Das amerikanische CDC (Ministerium für Seuchenkontrolle und Prävention) hatte 2016 übrigens die Beliebtheit von Zombie-Geschichten für sich entdeckt und unter dem Titel “Preparedness 101: Zombie Apocalypse” eine Aufklärungskampagne gestartet um die Bevölkerung auf zahlreiche Notsituationen vorzubereiten. Der Blog ist im Internetarchiv verfügbar, der zugehörige Videowettbewerb war mit Sicherheit ein großer Spaß.

Natürlich gibt es auch in Fantasy und Science-Fiction  Erzählungen, die Welten aufbauen ohne zwingend auch zu erzählen wie die vorherigen Gesellschaften oder Zivilisationen eine Apokalypse durchlaufen haben. Aber selbst hier finden sich Endzeitelemente: Die Figuren im Herrn der Ringe reisen durch eine Welt, deren Hochzeit bereits vorbei ist. Hinter Frodo und Sam sehen wir auch in der Filmversion immer wieder Ruinen, die politischen Strukturen sind erodiert, die Elben verlassen nach und nach Mittelerde.

Auch in der ursprünglichen "Star Wars"-Trilogie befinden wir uns in einer Form der Endzeit: Der Imperator hat die Alte Republik durch Intrigen in eine faschistische Diktatur verwandelt und die Bewahrer der alten Ordnung mit Todeskommandos ausgelöscht.

Was tust du, wenn die Zombies kommen?

Aber auch die Frage nach dem “Was wäre wenn?” (siehe auch: Marvels “What If” sowie “Zombies” in Comic und Animation oder DCs “Elseworlds” in denen man sich vom ohnehin sehr lockeren Comic-Kanon freimacht) ist stets verlockend. Zudem kann sich das Publikum auch beständig fragen, wie man selbst unter diesen Umständen agieren würde. Nicht umsonst ist “Was wäre deine Rolle in der Zombie-Apokalypse? Welcher Skill macht dich wertvoll?” ein so beliebter Eisbrecher unter Freunden der Popkultur.

Daher fragt Euch gerne selbst: Könntet Ihr im Kampf gegen Zombies bestehen? Wunden versorgen? Ein Feuer mit minimalen Hilfsmitteln entfachen? Hütten bauen? Eine Verfassung für ein neues Land entwerfen oder euren Unterhalt mit Gesang und dem Erzählen von Geschichten am Lagerfeuer verdienen?

Der dritte Aspekt, der Endzeitgeschichten für Autor:Innen attraktiv macht: Ein eingebauter Gruseleffekt. Obwohl nicht alle apokalyptischen Geschichten auch Horror- oder Katastrophengeschichten sind, löst der Gedanke, dass die Gesellschaft, die Welt in der wir leben nicht verlässlich ist und morgen bereits alles anders sein könnte, ein faszinierendes Unwohlsein aus. Dabei muss es nicht mal das Gefühl sein, dass das Ende nah ist, denn vielleicht sind wir alle nur schlummernde Batterien für unsere technologischen Herrscher.

Auf der Bedeutungs-Ebene erlauben es uns Endzeitgeschichten auch immer etwas über unsere aktuelle Realität zu erzählen. Eine Lektion im Prinzip aller Zombie-Filme ist es, dass es nicht die Zombies (oder das Virus, etc.) sind, die letztlich unseren Untergang bedeuten, sondern Menschen die sich nicht an die Vorsichtsmaßnahmen halten und ihrer Gier nachgeben. Je nach Person und Situation aus guten und nachvollziehbaren Gründen, mal aus purer Leichtsinnigkeit. Auch die Tendenz von Gesellschaften in prekärer Lage nach einfachen und beruhigenden Antworten zu suchen, sprich autoritäre, nicht demokratische Strukturen zu etablieren ist immer wieder Thema.

Mit “Das Ende der Sterne” kommt am 27.08. ein weiterer vielversprechender Endzeitfilm in die Kinos. Unter der Regie von Ridley Scott kämpfen sich Jacob Elordi und Josh Brolin durch ein zerstörtes Amerika, das nach dem Ausbruch eines tödlichen Virus der Natur und der Anarchie ausgeliefert ist.

Wenn ihr euer Wissen über die wichtigsten Filme von Ridley Scott auffrischen wollt, wartet unsere neuste Folge zu dem Ausnahmeregisseur direkt hier auf radionukular.de auf euch.

#inline-post#

Die Welt ging schon sehr, sehr oft unter. Ob Zombies, Vulkanausbrüche, Killerviren, Alieninvasionen, mörderische KI, nukleare Winter oder politische Umwälzungen, der Grund spielt oft nur eine untergeordnete Rolle wenn wir in Film, Buch, Comic, Serie oder Spiel das Ende der Welt erleben. Dennoch werden wir nicht müde auch dem nächsten Weltuntergang eine Chance zu geben. So wird es auch am 27.08. sein, denn dann kommt mit "Das Ende der Sterne" von Ridley Scott ein weiterer vielversprechender Endzeitfilm in die Kinos.

Postapokalyptische und dystopische Erzählszenarien gehören seit Jahrzehnten zum Standardrepertoire der Popkultur (und durchsetzen viel, viel ältere Mythen und Religionen) und es vergeht eigentlich kein Jahr ohne mehrere Veröffentlichungen in denen die Welt entweder untergeht, gerade untergegangen ist oder die handelnden Figuren bereits seit Jahrzehnten mit und in der Postapokalypse leben müssen.

Nach der Apokalypse wird das Erzählen freier

Erzählerisch bieten gerade postapokalyptische Settings den Autor:Innen gleich drei verlockende Dinge: Der Untergang der bisher bekannten Welt ist bereits geschehen weshalb eine eine gewisse erzählerische Freiheit herrscht. Selbst irrwitzige Taten wirken unter diese Bedingungen glaubwürdig oder zumindest wahrscheinlicher.
Auch sind bekannte Gesellschaftsstrukturen und -normen entweder drastisch verändert oder komplett abgeschafft was erzählerisch weitaus mehr Optionen zur Verfügung stellt als man sie in anderen Genres vorfindet. Man denke nur an die zahlreichen “Recht des Stärkeren”-Gesellschaftsstrukturen wie sie sich beispielsweise in “The Walking Dead” oder der “Mad Max”-Reihe bilden.

Man sieht: Genau wie sich der Tod einer einzelnen fiktiven Figur hervorragend eignet um eine persönliche Geschichte zu erzählen, eignet sich das Ende einer Gesellschaft perfekt um ein neues Worldbuilding auf der Asche und dem Kompost der gescheiterten Gesellschaft zu betreiben.

Wir als Publikum lassen uns auf die unterschwellig gestellten “Was wäre wenn... es keine Regeln gäbe?”-Frage nur allzu gerne ein. Gesellschaften sind nichts anderes als das Übereinkommen, dass man sich an gemeinsame Regeln hält, die teilweise mit Autorität oder Gewalt durchgesetzt werden können. Bricht dieser Vertrag aufgrund von Misstrauen oder Katastrophe, sind selbst die Landesgrenzen nur noch zufällig gezogene Linien auf dem Papier. Das aktiviert vielleicht unseren Überlebensinstinkt strahlt aber in jedem Fall eine fast schon morbide Faszination aus.

Die "Freude" am Zerstörten

Wie auch das Anschauen von Horrorfilmen fast schon befreiend wirken kann, haben apokalyptische Inhalte einen ähnlichen Effekt. Wir durchleben das Endzeitszenario analog zu den Figuren, die sich mit Zombies oder marodierenden Banden herumschlagen und je nachdem wir wir als Publikum aufgestellt sind, können wir danach besser oder schlechter schlafen.

Dabei handeln nicht alle Endzeitgeschichten von scheinbar unrealistischen Szenarien “Contagion” aus dem Jahr 2011 erzählt von einer Pandemie und kommt dabei ganz ohne übernatürlichen Kampf zwischen Gut und Böse, wie beispielsweise bei Stephen Kings “The Stand” aus. Dass es während der Covid-19-Pandemie (und auch heute noch) genügend (zu viele) Menschen gab und gibt, die diese als “fake” abtun, hat sicherlich auch mit der globalen Größe einer Pandemie zu tun: Es ist so groß und nahezu unvorstellbar, dass man es nicht glauben möchte.

Das amerikanische CDC (Ministerium für Seuchenkontrolle und Prävention) hatte 2016 übrigens die Beliebtheit von Zombie-Geschichten für sich entdeckt und unter dem Titel “Preparedness 101: Zombie Apocalypse” eine Aufklärungskampagne gestartet um die Bevölkerung auf zahlreiche Notsituationen vorzubereiten. Der Blog ist im Internetarchiv verfügbar, der zugehörige Videowettbewerb war mit Sicherheit ein großer Spaß.

Natürlich gibt es auch in Fantasy und Science-Fiction  Erzählungen, die Welten aufbauen ohne zwingend auch zu erzählen wie die vorherigen Gesellschaften oder Zivilisationen eine Apokalypse durchlaufen haben. Aber selbst hier finden sich Endzeitelemente: Die Figuren im Herrn der Ringe reisen durch eine Welt, deren Hochzeit bereits vorbei ist. Hinter Frodo und Sam sehen wir auch in der Filmversion immer wieder Ruinen, die politischen Strukturen sind erodiert, die Elben verlassen nach und nach Mittelerde.

Auch in der ursprünglichen "Star Wars"-Trilogie befinden wir uns in einer Form der Endzeit: Der Imperator hat die Alte Republik durch Intrigen in eine faschistische Diktatur verwandelt und die Bewahrer der alten Ordnung mit Todeskommandos ausgelöscht.

Was tust du, wenn die Zombies kommen?

Aber auch die Frage nach dem “Was wäre wenn?” (siehe auch: Marvels “What If” sowie “Zombies” in Comic und Animation oder DCs “Elseworlds” in denen man sich vom ohnehin sehr lockeren Comic-Kanon freimacht) ist stets verlockend. Zudem kann sich das Publikum auch beständig fragen, wie man selbst unter diesen Umständen agieren würde. Nicht umsonst ist “Was wäre deine Rolle in der Zombie-Apokalypse? Welcher Skill macht dich wertvoll?” ein so beliebter Eisbrecher unter Freunden der Popkultur.

Daher fragt Euch gerne selbst: Könntet Ihr im Kampf gegen Zombies bestehen? Wunden versorgen? Ein Feuer mit minimalen Hilfsmitteln entfachen? Hütten bauen? Eine Verfassung für ein neues Land entwerfen oder euren Unterhalt mit Gesang und dem Erzählen von Geschichten am Lagerfeuer verdienen?

Der dritte Aspekt, der Endzeitgeschichten für Autor:Innen attraktiv macht: Ein eingebauter Gruseleffekt. Obwohl nicht alle apokalyptischen Geschichten auch Horror- oder Katastrophengeschichten sind, löst der Gedanke, dass die Gesellschaft, die Welt in der wir leben nicht verlässlich ist und morgen bereits alles anders sein könnte, ein faszinierendes Unwohlsein aus. Dabei muss es nicht mal das Gefühl sein, dass das Ende nah ist, denn vielleicht sind wir alle nur schlummernde Batterien für unsere technologischen Herrscher.

Auf der Bedeutungs-Ebene erlauben es uns Endzeitgeschichten auch immer etwas über unsere aktuelle Realität zu erzählen. Eine Lektion im Prinzip aller Zombie-Filme ist es, dass es nicht die Zombies (oder das Virus, etc.) sind, die letztlich unseren Untergang bedeuten, sondern Menschen die sich nicht an die Vorsichtsmaßnahmen halten und ihrer Gier nachgeben. Je nach Person und Situation aus guten und nachvollziehbaren Gründen, mal aus purer Leichtsinnigkeit. Auch die Tendenz von Gesellschaften in prekärer Lage nach einfachen und beruhigenden Antworten zu suchen, sprich autoritäre, nicht demokratische Strukturen zu etablieren ist immer wieder Thema.

Mit “Das Ende der Sterne” kommt am 27.08. ein weiterer vielversprechender Endzeitfilm in die Kinos. Unter der Regie von Ridley Scott kämpfen sich Jacob Elordi und Josh Brolin durch ein zerstörtes Amerika, das nach dem Ausbruch eines tödlichen Virus der Natur und der Anarchie ausgeliefert ist.

Wenn ihr euer Wissen über die wichtigsten Filme von Ridley Scott auffrischen wollt, wartet unsere neuste Folge zu dem Ausnahmeregisseur direkt hier auf radionukular.de auf euch.

#inline-post#

Geballtes Wissen von:
Dominik Hammes
No items found.

Neue Folge

Mehr Nukular

Nerdy Merch

Support

Weitere Beiträge

Zum Blog

Weitere Folgen

Alle Episoden
No items found.

Mehr Nukular

Unsere Partner

Nukuversum

Jetzt Abonnieren!
Höre unseren Podcast - so wie du es magst.
Nukuversum
Disney Lorcana x Radio Nukular
Dominiks Dachboden
ReWind: Firefly - Der Aufbruch der Serenity